Qualität in der Pathologie

Leitlinie zum Umgang mit Bio-(Gewebe-)banken durch die Pathologie
erstellt von der Österreichischen Gesellschaft für Pathologie
Version: 10.1.2008 

 

Die Leitlinien betreffen den Umgang mit humanem Tumorgewebe und Normalgewebe. Prinzipiell gilt, dass nur Überschussgewebe nach Erstellung der kompletten histologischen Diagnose in externe Biobanken eingebracht werden kann. Die Archivierungsverpflichtung der pathologischen /zytologischen Abteilung ist nach dem KAG unbedingt einzuhalten. Die Asservierung von Gewebe für Biobanken muss ausschließlich unter der Aufsicht und der Verantwortung von Pathologen erfolgen.  

  

Ziele dieser Leitlinie sind die Garantie der

  • Patientensicherheit
  • Qualitätssicherung der Gewebebeschaffenheit (insbesondere auch für molekulare Analysen)

 

Ad 1. Hauptaufgabe der Pathologie ist die umfassende Diagnostik anhand mikroskopischer, immunologischer und molekularpathologischer Techniken. Eine qualitätsgesicherte histo/zytopathologische Diagnose ist die Grundlage zahlreicher Therapien, insbesondere im Bereich der Onkologie. Da in vielen soliden Tumoren eine Heterogenität nachzuweisen ist, die in manchen Fällen die Prognose und in Zukunft auch den Erfolg der Therapie mitbestimmen, ist immer die Übersendung des kompletten Tumors an die Pathologie erforderlich. 

 

Ad 2. Der Pathologe erkennt durch seine professionelle Erfahrung in der täglichen Arbeit mit Gewebe, welche Stellen eines Tumors für eine molekulare Analyse geeignet sind. Er schließt bei der Gewebeauswahl Areale innerhalb des Tumors aus, die etwa durch einen erhöhten Bindegewebsgehalt oder nekrotisches Gewebe bei einer molekularen Analyse verfälschte Analyseergebnisse ergeben würden. Überdies gibt die histo/zytopathologische Diagnose wesentliche Hinweise, welche molekularen oder andere Untersuchungen sinnvoll sind und trägt dadurch zu einem kostenbewussten Umgang mit den neuen Techniken bei. 
 

Einschränkungen 

In Einzelfällen sind im Interesse der PatientInnen Einschränkungen im Rahmen der Asservierung von Gewebe für eine Gewebebank zu erwarten. Dies betrifft zum Beispiel sehr kleine Tumore oder Biopsiematerial, die zur Gänze für eine qualitätsgesicherte histo/zytopathologische Diagnostik benötigt werden. Ebenso trifft dies auch auf regressiv veränderte Tumore (z.B. nach vorangegangener Chemotherapie) zu. 
 

Nativgewebe für Biobanken von tief gefrorenem Gewebe

Die Zeit zwischen der Gewebsentnahme und dem Tieffrieren muss möglichst kurz und der Gefriervorgang adäquat sein. Nur der Pathologe darf das Gewebe entnehmen. Die komplette histologische Diagnose muss garantiert sein. 
 

Paraffineingebettetes Gewebe und Paraffinblöcke - Vorgangsweise

Paraffinblöcke von Tumoren können nur an Biobanken weitergegeben werden, wenn ausreichend Paraffinmaterial des Tumorgewebes (weitere Blöcke) im Histologiearchiv der Institute für Pathologie verbleibt.
Liegt nur ein Block mit Tumorgewebe vor, dann gibt es alternative Möglichkeiten. Entweder werden ungefärbte Paraffinschnitte an die Biobank übersendet oder es kann aus dem Paraffinblock eine Stanze vom Tumorgewebe entnommen werden und in einen Akzeptorblock eingebracht an die Biobank abgegeben werden. Dadurch wird sichergestellt, dass noch Tumorgewebe im Histologiearchiv für spätere Anfragen zur Verfügung steht.
Aus dem Archiv entnommene Paraffinblöcke und Schnittpräparate sind vor einer Versendung von einem verantwortlichen Facharzt für Pathologie mit allen Befunden zu korrelieren und auszuwählen.
Die Versendung des entarchivierten Untersuchungsmaterials muss unter detaillierter Angabe des Materials (Blöcke und Schnitte) dokumentiert werden, damit die Vergabe nachvollziehbar ist. Der Aufwand für die Entarchivierung und Qualitätskontrolle des Materials ist finanziell abzugelten.
Für die Anonymisierung der persönlichen Patientendaten bzw. für den Schutz vor unbefugtem Datenzugriff hat die Biobank entsprechende Vorkehrungen zu treffen und dies auf Anfrage der zusendenden Pathologie auch nachzuweisen.

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